Naturheilkunde

Homöopathie in der Tiermedizin

Arznei2Die Nachfrage nach biologischen Behandlungsalternativen für das Tier ist sehr groß und wächst stetig. Gerade beim Kleintier und beim Pferd werden die alternativen Präparate geschätzt, weil sie den Organismus nicht zusätzlich belasten, sehr gut verträglich sind und auch bei sehr jungen, alten und geschwächten Tieren verwendet werden können.

Eine Untersuchung des erkrankten Tieres durch den Tierarzt oder Tierheilpraktiker sollte vor jeder therapeutischen Maßnahme selbstverständlich sein.

Die biologische Therapie ist jedoch in der Regel kombinierbar mit schulmedizinischen Medikamenten und kann zusätzlich verwendet werden.

Die klassische Homöopathie stellt die Grundlage für die biologische Therapie dar und geht auf den Arzt Samuel Hahnemann (1744-1843) zurück. Hahnemann fand heraus, dass eine Krankheit durch ein Mittel geheilt werden kann, welches beim Gesunden ähnliche Symptome hervorruft, wie sie der Kranke aufweist: „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt.“ („Similiprinzip“) Er selbst und seine Schüler wendeten eine Fülle pflanzlicher, tierischer und mineralischer Stoffe an und beschrieben detailliert, welche Wirkungen diese Substanzen auf Körper und Seele ausüben („Arzneimittelbild“). Um unerwünschte Reaktionen zu vermeiden, verwendeten sie starke Verdünnungen der Präparate („Potenzen“) und stellten fest, dass die beabsichtigte positive Wirkung trotzdem erhalten bleibt.

Hahnemann selbst strebte an, für jeden Patienten und jede Erkrankung genau das passende Mittel zu finden, und lehnte die gleichzeitige Anwendung mehrerer Präparate ab. Allerdings erfordert die Suche nach genau dem passenden Einzelmittel spezialisierte Behandler und einen beträchtlichen Zeitaufwand. Bei Tieren wird sie außerdem dadurch behindert, dass die Patienten nicht persönlich über ihre Beschwerden berichten können und der Homöopath auf die Beobachtungen ihrer Besitzer angewiesen ist. Der Einsatz der klassischen Homöopathie ist daher – besonders in der Tiermedizin- begrenzt und nicht immer erfolgreich.

Arznei1Der homöopathisch tätige Arzt Dr. Hans-Heinrich Reckeweg (1905-1985), suchte nach einem Weg zur Heilung chronischer Krankheiten, die sowohl mit homöopathischen als auch mit schulmedizinischen Mittel nur schwer zu beeinflussen waren. Nach seiner Lehre, die er Homotoxikologie nannte, sind Krankheiten eine Reaktion auf schädigende äußere und innere Einflüsse. Der Organismus ist immer bestrebt, von außen zugeführte oder im Stoffwechsel entstehende Schadstoffe unschädlich zu machen oder auszuscheiden. Wenn aber zu viele solcher Schadstoffe den Körper überschwemmen, können die körpereigenen Abwehrsysteme sie nicht mehr neutralisieren oder entfernen, und je nach Schwere und Dauer der Schadstoffeinwirkung entstehen unterschiedliche Krankheitsbilder. Das grundsätzliche Behandlungsziel – auch chronischer Krankheiten – müsse es daher sein, mithilfe der natürlichen Heilmittel, die aus der klassischen Homöopathie bekannt sind, die Entgiftungsfunktionen des Organismus zu unterstützen, die Selbstheilungskräfte anzuregen und das biologische Gleichgewicht wiederherzustellen („biologische Therapie“). Die moderne Homöopathie die Dr. Reckeweg begründete, schlägt somit die Brücke zwischen der Schulmedizin und der klassischen Homöopathie.

Dr. Reckeweg bediente sich ebenfalls der Mittel der klassischen Homöopathie. Er wählte für jede Erkrankung mehrere homöopathische Wirkstoffe entsprechend ihrer Arzneimittelbilder aus und kombinierte sie zu sogenannten Kombinationsmittel. Durch die Verwendung dieser homöopathischen Kombinationspräparate entfällt nicht nur die zeitaufwendige Suche nach dem passenden Einzelmittel, sondern es wird auch eine Wirkungsverstärkung erzielt.

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